Debatte – Festivalkultur darf es nicht zum Nulltarif geben

Bei aller Freude über eine tolle Performance auf dem Gelände des Straßenbahn-Museums: Wir haben die erschreckende Tatsache, dass das gesamte Produktionsteam des “SNNTG”-Festivals und alle seine Helfer*innen zum Nulltarif arbeiten. Ein Jahr Produktion, drei Tage Festival, Nachbereitung und – nach einer Verschnaufpause – Start der Vorbereitung für das nächste Festival. All diese Engagements sind ehrenamtlich und gehen auf privatwirtschaftliches Risiko. Da stimmt doch was nicht! Wo bleiben die Förderungen? Ich bin der Meinung, hier werden Kulturetats falsch verteilt.

Festivals sind Kulturgut. Sie übernehmen einen Bildungsauftrag und ermöglichen vielen vor allem jungen Menschen, ein Bewusstsein für Kultur und Gemeinschaft zu entwickeln. Die Festivalkultur ist Impulsgeber für kulturelle Gestaltprozesse, schafft Raum zum Experimentieren, für Begegnungen und Kommunikation. Und das Zielgruppen übergreifend. Manch hoch subventionierte Kulturorte kommen nicht mal in die Nähe des Outcomes von der Festivalkultur. Es sollte dringend über die Verteilung der Mittel gesprochen werden.

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“Kulturetats werden falsch verteilt!”

Liebes „SNNTG“-Team, es war phantastisch! Das dritte Jahr „SNNTG“-Festival, zum zweiten Mal mit 3.000 Besucher*innen ausverkauft. Im Sehnder Ortsteil Wehmingen wird Kultur in all ihrer Vielfalt für jeden Menschen jeden Alters sichtbar und erlebbar gemacht. Die Veranstalter haben ein Zeichen für ein kollektives, offenes und tolerantes Miteinander gesetzt. Der Verein SNNTG e.V. hat 80 Mitglieder, davon sind 30 aktive Festival-Produzenten*innen. Dazu kommen rund 200 Helfer*innen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Auf dem Gelände des sagenhaften Straßenbahn-Museums,hat das „SNNTG“ Freiraum für Kreativität geschaffen. Hingabe, Leidenschaft, Leben und Phantasie verbinden sich mit enormer Professionalität.