Debatte – Günstigen Wohnraum für Studenten schaffen

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Stadt muss Verantwortung für studentischen Wohnraum übernehmen

In der vergangenen Woche titelt die HAZ „So luxuriös können Studenten wohnen“. In der Geschichte erzählt die Autorin vom neuen Hype, dass Privatinvestoren und Unternehmen wie die städtische Wohnungsbautochter Hanova mit Studierenden eine besondere Zielgruppe auf dem Wohnungsmarkt ausgemacht haben: Mikroapartments, Gesamtpakete, schicke Einrichtungen. Doch das hat offenbar seinen Preis. Mieten von bis zu 28 Euro pro Quadratmeter werden aufgerufen. Für Einzimmer-Wohnungen. Für Studenten. Das ist doch absurd.

Um Hannover für junge Menschen attraktiv zu machen, die ihre berufliche Zukunft in der Stadt gestalten wollen, muss günstiger Wohnraum geschaffen werden. Keine Luxusapartments, die sich ein kleiner Prozentsatz der Studierenden und in der Regel keine Auszubildenden leisten können. Und wenn sie es könnten, warum sollten sie es tun?

Diese jungen Menschen befinden sich in der Ausbildung. Sie werden in der Zukunft dazu beitragen, dass Deutschland ein gutes Bruttosozialprodukt erwirtschaftet. Und diese Ausbildung wird nun dadurch gefährdet, dass die Stadt seit Jahren ihrer Verantwortung nicht nachkommt, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, und Investoren die Gelder abschöpfen. Studierende haben schon immer nebenbei gearbeitet, um ihre Miet- und Lebenshaltungskosten zu großen Teilen selbst zu finanzieren. Aber der Druck wird größer, die Doppel- oder Dreifachbelastung schränkt die jungen Menschen zunehmend in ihrer Unbeschwertheit und beruflichen Entwicklung ein. Doch gerade junge Menschen brauchen einen unbelasteten Alltag, um sich frei entfalten zu können. Die Stadt muss hier handeln. Die Stadt kann sich nicht dauerhaft aus der Verantwortung ziehen und weiterhin städtischen Raum an Investoren verkaufen, die nicht im Sinne des Gemeinwohls handeln.

Ich fordere …
1. leerstehende Gewerbegebäude und ungenutzte Gewebeflächen als Wohnraum nutzbar zu machen;
2. städtischen Raum und städtische Immobilien als Wohnraum zur Verfügung zu stellen;
3. beim Bau von Wohnhäusern verpflichtend mindestens 30 Prozent günstigen Wohnraum zu schaffen;
4. dass Wohnhäuser vor Gewerbeimmobilien gehen;
5. dass dem Verfall von Immobilien, die in privatem Besitz sind, nachgegangen wird.
6. dass das Vorkaufsrecht der Stadt von der Stadt genutzt werden muss und Flächen an Genossenschaften übertragen werden, die im Sinne des Gemeinwohls bauen.