Debatte – Von "Fridays for Future" für's Maschseefest lernen

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Maschseefest – eine bittere Bilanz

Rund zwei Millionen Menschen haben in den vergangenen drei Wochen das Maschseefest in Hannover besucht – eines der größten "Volksfeste" Niedersachsens. 1950 gab es das erste Maschseefest im Rahmen der Deutschen Kanumeisterschaften. 15 Jahre lang wurde es mit sportlich unterhaltendem Programm fortgeführt. Als eigentlicher Auftakt des heutigen Maschseefest gilt das Jahr 1986. Zur Premiere kamen 170.000 Besucher. Ich selbst kann mich noch an ein Fest mit viel Kleinkunst in Verbindung mit ausgewogenen gastronomischen Angebote, einer sehr entspannten Atmosphäre und herrlichem Verweilen am Maschsee erinnern.
33 Jahre später kann von entspannter Atmosphäre und herrlichem Verweilen am Maschsee keine Rede mehr sein. Am Jahrestag von "Fridays for Future" zieht das Maschenfest Bilanz. Während vor allem Kinder und Jugendliche seit einem Jahr konsequent für einen maßvolleren Umgang mit Ressourcen und mehr Klimaschutz demonstrieren, haben die Maschseefestbesucher unfassbar viel Müll produziert und Energie verbraucht – von den Autokolonnen in der Südstadt ganz zu schweigen. 18 Euro für eine Portion Thai-Nudeln – das hat meines Erachtens nichts mehr von einem Volksfest.
Sollte eine Stadt wie Hannover nicht eher einen Beitrag zu den Themen Nachhaltigkeit, Klima und Ressourcenschutz leisten? Die Stadt sollte meiner Meinung nach eher kleinere Feste in den Fokus nehmen und fördern, an denen sich Menschen begegnen, um miteinander ins Gespräch zu kommen und bei denen auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz geachtet wird. Beispiele von solchen Festen gibt es zur Genüge. Das Maschseefest gehört nicht dazu.